Nichtwohngebäude

Einsparung und Hygiene vereint – Heilthermen Resort Bad Waltersdorf

Sanierungsjahr: 2021/22 (Umsetzung des Systemwechsels 2022)
Ort: Bad Waltersdorf, Steiermark, Österreich

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Heilthermen Resort Bad Waltersdorf liegt östlich von Graz und ist Teil eines weitläufigen Thermenkomplexes mit rund 25.000 m² Fläche. Die öffentlich zugängliche Heiltherme verfügt über Thermalbecken, Saunen, Ruhebereiche und Gastronomie. Zusätzlich steht den bis zu 350 Hotelgästen eine eigene Hoteltherme mit weiteren Thermalbecken, Naturbadeteich und gastronomischen Angeboten zur Verfügung. Für den Hotelbetrieb ist daher eine zuverlässige und hygienisch einwandfreie Trinkwarmwasserversorgung von zentraler Bedeutung.

Die bestehende Warmwasserbereitung stammte aus den Jahren 1995/96 und war mit insgesamt 14.700 l Trinkwarmwasserspeichervolumen deutlich überdimensioniert. Die Speicher wurden mit lediglich 42 bis maximal 46 °C betrieben und erfüllten damit die Anforderungen an eine zuverlässige Legionellen-Prophylaxe nicht. Deshalb mussten die Speicher monatlich mithilfe eines Ölkessels auf rund 75 °C zur thermischen Desinfektion aufgeheizt werden. Dieser Vorgang verursachte einen hohen Personal-, Energie- und Kostenaufwand.

Im Zuge der Erneuerung der Leittechnik im Jahr 2021 wurde daher auch die Warmwasserbereitung grundlegend hinterfragt. Ziel war eine hygienisch sichere, energieeffiziente, robuste und redundante Lösung, die gleichzeitig kompakt, wartungsarm und einfach zu bedienen ist. Statt das bestehende System lediglich mit effizienteren Pumpen weiterzuführen, wurde gemeinsam mit LINK3 ein neues Anlagenkonzept entwickelt.
Die bestehende Warmwasserbereitung mit fünf Speichern und insgesamt 14.700 l Speichervolumen wurde durch vier LINK3-Schichtenspeicher mit jeweils 900 l Heizwasser ersetzt. Statt Trinkwarmwasser dauerhaft zu bevorraten, wird das benötigte Warmwasser nun bedarfsgerecht im Durchlaufprinzip erzeugt. Der Wärmetauscherinhalt beträgt insgesamt lediglich rund 160 l. Die erste Erwärmung erfolgt über das bereits vorhandene Thermalwasser beziehungsweise die daraus gewonnene Wärme auf eine heizungsseitige Vorlauftemperatur von 43 bis 45 °C. Eine 70-kW-Booster-Wärmepumpe von Clivet/Bösch übernimmt den zweiten Temperaturhub und erwärmt das Wasser auf rund 63 °C. Dadurch kann das Warmwasserverteil- und Zirkulationssystem durchgehend mit etwa 60 bis 55 °C betrieben werden. Die hygienischen Anforderungen gemäß B1921 werden damit erfüllt. Durch den permanenten Wasseraustausch entsteht zudem kein keimbildungsfähiges Speichervolumen. Eine besondere Qualität der Lösung liegt in ihrer Redundanz: Selbst bei abgeschalteter Booster-Wärmepumpe kann die Warmwasserversorgung bei einem heizungsseitigen Vorlauf von 43 bis 45 °C und einem Verbrauch von bis zu 12 m³ pro Tag noch mit Warmwassertemperaturen von über 40 °C aufrechterhalten werden. Bei einem Ausfall der Wärmepumpe ist damit die energetische Grundversorgung durch die vorhandene Wärmerückgewinnung gewährleistet und es entsteht ein ausreichendes Zeitfenster für Reparaturarbeiten. Durch die kompakte Anordnung konnten die vier Speicher und die Wärmepumpe in einer einzigen Technikzentrale zusammengefasst werden. Einer der zuvor erforderlichen zwei Standorte für die Warmwasserbereitung konnte vollständig entfallen. Rund 20 bis 25 m² Fläche wurden dadurch zusätzlich frei. Die Umstellung wurde 2022 abgeschlossen. Die Erfahrungen aus dem Betrieb zeigen eine zuverlässige Funktion bei gleichzeitig deutlich reduziertem Energie-, Wartungs- und Personalaufwand. Durch die Erneuerung der Trinkwassererwärmungsanlage ergeben sich erhebliche Einsparungen bei thermischer Desinfektion (ca. 8.000 l Heizöl und 250 Mannstunden pro Jahr). Besonders hervorzuheben ist auch die Verbindung von hygienischer Sicherheit, energetischer Nutzung der vorhandenen Thermalwasserwärme und hoher Betriebssicherheit.

Projekt

Nichtwohngebäude

Ort: Bad Waltersdorf, Steiermark, Österreich
Baujahr: 1995/96 (Warmwasserbereitung)
Sanierungsjahr: 2021/22 (Umsetzung des Systemwechsels 2022)
Maßnahmen: Warmwasserbereitung, Schichtenspeicher
Funktion: Hotel / Tourismusbetrieb mit angeschlossener Therme

Projektbeteiligte:

H. Handler GmbH, Hartberg: Ausführungsplanung und Umsetzung
Hausinterne Planungsabteilung, Reinhard Künl: Konzeption
LINK3 GmbH, Robert Laabmayr: Entwicklung des Anlagenkonzepts, Schichtenspeicher;
Gerald Pichlhöfer, technischer Leiter des Heilthermen Resorts: Hygieneanforderungen und Betreiberseite
Bösch/Clivet: Booster-Wärmepumpe

Eckdaten

Hotelkapazität: 350 Gäste
Fläche des Thermenkomplexes: 25.000 m²
bisheriges Tinkwarmwasserspeichervolumen: 14.700 l
neue Schichtenspeicher: 4 x 900 l Heizwasser
Gesamter Wärmetauscherinhalt: 160 l
Booster-Wärmepumpe: 70 kW
Heizungsseitiger Vorlauf : 43-45 °C
Warmwassertemperatur nach 2. Temperaturhub: 63 °C
Warmwasserverteilung/Zirkulation: 55-60 °C
maximaler Warmwasserverbrauch: bis zu 12 m³/Tag
Öleinsparung: 8.000 l /Jahr
Einsparung CO2: 42 t CO2 /Jahr
Einsparung thermische Desinfektion: ca. 250 Mannstunden /Jahr
freigewordene Fläche: 20-25 m²
Anzahl Technikstandorte: Reduktion von zwei auf einen
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