Das Projekt umfasst die Weiterentwicklung des bestehenden Heizwerks der Nahwärme St. Georgen am Walde eGen in Oberösterreich, das ein regionales Wärmenetz zur Versorgung von Wohn- und Gewerbegebäuden betreibt. Als wesentlicher Bestandteil der kommunalen Wärmeinfrastruktur stellt die Anlage ganzjährig die zuverlässige Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser sicher.
Im Zuge der Weiterentwicklung des Netzes wurde eine großflächige Solarthermieanlage (GASOKOL powerSol, 326 m², 228 kWp) in das bestehende System integriert. Hintergrund war die strategische Optimierung des Erzeugungsmixes: Reduktion von Brennstofflaufzeiten im Sommerbetrieb, Minimierung von Teillastphasen konventioneller Kessel sowie Erhöhung des erneuerbaren Deckungsanteils bei gleichzeitiger Sicherstellung der Versorgungssicherheit.
Ein zentraler Baustein des Projekts ist die moderne, vorausschauende Regelungsstrategie. Die Solarthermieanlage wurde hydraulisch so eingebunden, dass sie die Grund- sowie die Sommer- und Übergangslast vorrangig abdeckt. Die Regelung arbeitet zustands- und bedarfsorientiert: Sie bewertet kontinuierlich Netz- und Rücklauftemperaturen, Lastverläufe sowie Speicherzustände und steuert darauf basierend die optimale Fahrweise der Wärmeerzeuger. Dadurch werden unnötige Brennerstarts und Taktungen reduziert, Teillastbetrieb minimiert und die Gesamteffizienz des Systems nachhaltig verbessert.
Im Projekt St. Georgen am Walde wurden Kollektorfeld, Verrohrung und Mess-/Regeltechnik so umgesetzt, dass die Solaranlage sauber in die bestehende Erzeugungs- und Speicherlandschaft integriert werden konnte. Vor Ort übernahm der Betreiber wesentliche Eigenleistungen in der Vorbereitung und Koordination (z. B. Zugänglichkeiten, Baustellenabwicklung, Abstimmung der Schnittstellen), was die Umsetzung im laufenden Betrieb deutlich beschleunigte. Die Qualität zeigte sich vor allem in der daten- und simulationsgestützten Auslegung sowie in einer strukturierten Inbetriebnahme: Parameter, Sensorik und Betriebslogik wurden abgestimmt, um stabile Temperatur- und Speicherzustände zu erreichen und unnötige Schaltvorgänge zu vermeiden. Herausfordernd war dabei weniger die Montage als das Fein-Tuning im Zusammenspiel aus wechselnden Netzanforderungen, Speicherbewirtschaftung und solarem Angebot – als klares Take-away bleibt, dass eine präzise Parametrierung und gute Messdaten über die reale Performance entscheiden. Als Ergebnis speist die Anlage rund 170 MWh erneuerbare Wärme pro Jahr ein und senkt damit den konventionellen Energieeinsatz sowie die Emissionen messbar.
Projekt
Nichtwohngebäude
Ort: St. Georgen am Walde
Baujahr: 2025
Sanierungsjahr: 2025
Maßnahmen: Optimierung des Heizwerks durch Einsatz von Solarthermie und intelligenter Regelungstechnik